RentenversicherungUngleichgewicht in der gesetzlichen Rentenversicherung

Statistiker zeichnen ein eher negatives Bild von der Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland: Zu wenig Erwerbstätige müssen zu viele Rentner finanzieren.

7.4.2014 (verpd) Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die gesetzliche Rente in Deutschland vor erheblichen Schwierigkeiten steht. Während das Land die Finanzkrise recht gut überstanden hat, drohen in Zukunft Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung durch das steigende Ungleichgewicht von Rentnern im Vergleich zu Beitragszahlern.

Schon heute kommen auf einen Rentenbezieher, der über 65 Jahre alt ist, nur knapp drei Erwerbstätige in Deutschland – nur Japan ist noch schlechter aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „Gesellschaft auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Der OECD-Schnitt, in dem 34 Länder OECD-Mitgliedsländer miteinander verglichen wurden, liegt bei 4,2 Erwerbstätigen pro Ruheständler. Künftig werde sich die Lage nach Angaben der Studienautoren hierzulande weiterhin verschlechtern: Für das Jahr 2050 prognostizieren die Experten für Deutschland nur noch 1,5 Erwerbstätige pro Rentner. Schon heute fließen laut OECD 25 Prozent der hiesigen – und ohnehin überdurchschnittlichen – Sozialausgaben an ältere Menschen.

Finanzielle Herausforderungen steigen

„Wie in den meisten OECD-Ländern sind die Sozialausgaben seit 2007 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestiegen und liegen, bis auf die Schweiz, erheblich über dem OECD-Durchschnitt von 21,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts“, berichtet die OECD.

Die finanzielle Herausforderung der Bevölkerungsalterung dürfte sich in Deutschland durch ein weiteres Sinken der Geburtenrate auf jetzt 1,36 Kinder pro Frau weiterverschärfen, heißt es weiter.

Besonders Frauen droht Altersarmut. In Deutschland leben bereits heute 10,8 Prozent der Frauen über 65 von einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze.

Weniger Beitragszahler, kleinere Renten

Wenn in den nächsten Jahren die Beitragszahler im Vergleich zu den Rentenbeziehern immer weniger werden, wird auch das heutige Rentenniveau – also die Brutto-Standardrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttogehalt eines gesetzlich Rentenversicherten – noch niedriger werden. Aktuell liegt das Rentenniveau bei 48,7 Prozent. Selbst das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) rechnet im aktuellen Rentenbericht damit, dass es bereits bis 2027 auf 45,4 Prozent sinken wird.

Die statistisch belegten Prognosen zeigen, dass es für den Einzelnen immens wichtig ist, für das Alter vorzusorgen, um seinen bisherigen Lebensstandard auch im Ruhestand halten zu können. Die zu erwartende Lücke zwischen dem bisherigen Einkommen und der voraussichtlichen Rente lässt sich über eine betriebliche, staatlich geförderte und/oder private Altersvorsorgelösung schließen. Je früher der Einzelne vorsorgt, desto niedriger sind die Prämien, die er dafür aufwenden muss.

Ein Versicherungsfachmann berät auf Wunsch, welche passenden Vorsorgeformen im Einzelnen infrage kommen und wie hoch eine entsprechende Absicherung sein sollte.