Für viele ist im Frühjahr der jährliche Hausputz angesagt. Nicht selten endet jedoch die Reinigungsaktion beim Arzt oder im Krankenhaus. Wie sich Putzunfälle vermeiden lassen.
10.3.2014 (verpd) Jedes Jahr gibt es rund 8,7 Millionen Personen, die durch einen Unfall verletzt werden. Mit etwa 2,8 Millionen verunfallen die meisten nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im häuslichen Bereich. Immer wieder verunglücken beispielsweise viele beim Putzen. Dieses Risiko lässt sich jedoch mit relativ einfachen Mitteln erheblich verringern.
Stürze und Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Unfallursachen im häuslichen Bereich. Knochenbrüche und offene Wunden, aber auch Verletzungen an Sehnen- und Muskelregionen sind keine Seltenheit. Selbst Todesfälle, beispielsweise wegen eines Sturzes beim Fensterputzen aus großer Höhe, kommen leider immer wieder vor. Ein gute Vorbereitung und genügend Zeit helfen beim Putzen das Unfallrisiko zu minimieren.
Passendes Equipment
Zunächst ist es wichtig, die passenden Utensilien zum Putzen und Räumen herzurichten. Jeder fünfte Haushaltsunfall ist beispielsweise auf ungeeignete Steigmittel wie einen Tisch, Hocker oder Stuhl, aber auch auf defekte oder falsch aufgebaute Leitern zurückzuführen. Eine Haushaltsleiter oder eine Teleskopstange in Griffnähe verhindert, dass man fahrlässig einen wackeligen Stuhl oder eine andere waghalsige Steighilfe erklimmt, um Fenster, hohe Schränke oder andere schwer erreichbare Ecken beim Putzen zu erreichen.
Eine passende Kleidung hilft ebenfalls, Putzunfälle zu vermeiden. Wer beim Putzen Pullover oder Jacken mit weiten Ärmeln oder Bändern trägt, kann damit leicht irgendwo hängen bleiben und deswegen stolpern. Besser ist daher eine eng anliegende Kleidung. Aus gleichem Grund gefährlich ist das Tragen langer Halsketten und Ohrschmuck. Zudem sollten lange Haare bei Hausarbeiten zusammengebunden werden.
Auch auf das passende Schuhwerk sollte man achten. Generell sind bei Haushaltsarbeiten nur festsitzende Schuhe mit rutschfesten Sohlen sinnvoll, denn mit glatten Schuhsohlen oder gar nur mit Strümpfen oder Socken bekleidet, rutscht man leicht aus.
Unfallursache: Stress und Hektik
Stress und Hektik führen beim Putzen häufig zu Leichtsinnsfehlern. Wer bei der Hausarbeit aufmerksam ist, erkennt mögliche Stolperfallen wie ein quer durch den Raum liegendes Staubsaugerkabel leichter und kann sie aus dem Weg räumen, bevor etwas passiert.
Prinzipiell ist es zum Beispiel sinnvoll, beim Putzen Stolper- und Rutschfallen zu vermeiden. So sollte der Staubsauger immer ortsnah angesteckt sein, damit das Stromkabel nicht quer über den Boden läuft. Ein vom Reinigen nasser Boden sowie feuchte Holz- oder Steintreppen müssen vor dem Betreten erst trocken sein, anderenfalls besteht eine hohe Rutschgefahr.
Regelmäßige Pausen bei der Hausarbeit helfen im Übrigen nicht nur die Konzentration aufrechtzuerhalten, sondern beugen auch einer Überanstrengung vor, die zu körperlichen Problemen zum Beispiel an der Bandscheibe oder zu einer Kreislaufschwäche führen kann. Mehr Tipps zum sicheren Hausputz bietet der kostenlos herunterladbare Flyer „Sauber ist sicher besser: (Öko-)Tipps für den Hausputz“. Herausgeber ist das Deutsche Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. (DSV) und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).