Statistisch gesehen war nahezu jeder zweite Arbeitnehmer in 2012 mindestens einmal krankgeschrieben. Wer allerdings über längere Zeit krank ist, muss mit Einkommenseinbußen rechnen. Dies lässt sich jedoch vermeiden.
16.12.2013 (verpd) Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) hatten die hier krankenversicherten Erwerbstätigen – insgesamt waren dies 3,9 Millionen Personen – letztes Jahr insgesamt 55 Millionen krankheitsbedingte Fehltage. Das sind 14,2 Krankentage pro gesetzlich Krankenversicherten. Allerdings ist jeder 20. Arbeitnehmer sechs Wochen oder länger krank. Betroffene müssen in diesem Fall mit Einkommenseinbußen im Vergleich zu ihrem letzten Nettogehalt rechnen, wenn sie nicht entsprechend vorgesorgt haben.
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat die Krankenstände ihrer 3,9 Millionen gesetzlich krankenversicherten Mitglieder analysiert und festgestellt, dass 2012 insgesamt 55 Millionen krankheitsbedingte Fehltage angefallen sind. Insgesamt waren 47,7 Prozent aller bei der TK gesetzlich Krankenversicherten letztes Jahr krankgeschrieben.
Die Statistik zeigt auch, dass nicht die Kurzzeiterkrankungen von bis zu einer Woche hauptsächlich für die 55 Millionen Krankentage verantwortlich waren, sondern hauptsächlich die Krankheitsfälle mit einer Dauer von sechs Wochen oder länger.
Fast die Hälfte aller Krankheitstage entfällt auf Langzeitkranke
37,8 Prozent der Beschäftigten waren letztes Jahr bis zu drei Tage, 29,6 Prozent zwischen vier bis sieben Tage und 27,7 Prozent zwischen acht und 42 Tage krankgeschrieben. Insgesamt fünf Prozent, und damit jeder Zwanzigste, waren sechs Wochen oder länger arbeitsunfähig gemeldet.
Von den gemeldeten 55 Millionen krankheitsbedingten Fehltagen entfielen jedoch nur 5,9 Prozent auf Erkrankungen mit einer Dauer von bis zu drei Tagen, 11,2 Prozent auf eine Krankheitsdauer von vier bis sieben Tagen und 33,6 Prozent auf acht bis 42 Kranheitstage. Ganze 49,2 Prozent der Krankheitstage wurden durch Erkrankungen mit einer Dauer von 42 Wochen und länger verursacht.
Insbesondere psychische Erkrankungen verursachten die längsten Fehlzeiten und waren im Durchschnitt je Krankheitsfall für 45 Arbeitsunfähigkeits-Tage bei Männern und 42 Krankheitstage bei Frauen verantwortlich. An zweiter Stelle lagen Krebserkrankungen mit 28 Krankheitstagen bei Männern und 39 bei Frauen.
Häufige Kurzzeiterkrankungen
Zur Berechnung der Höhe des Krankengeldes bei gesetzlich Krankenversicherten wird maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze der Krankenversicherung (monatlich 3.937,50 Euro in 2013 und 4.050 Euro in 2014) berücksichtigt. Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht mit einbezogen.
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt gesetzlich versicherten Arbeitnehmern bei einer Arbeitsunfähigkeit, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, zudem nur für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens.
Gut verdienende Angestellte, aber auch Selbstständige, die keine gesetzliche Absicherung haben, müssen daher bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum bisherigen Einkommen rechnen. In vielen Fällen empfiehlt sich deshalb eine Absicherung durch eine private Krankentagegeld-Versicherung, mit der sich eine solche Einkommenslücke schließen lässt.